Montag, 6. Oktober 2014

Knoblauchhuhn Vereinte Nationen (*), Teil 2 v. 2

      Zutaten: siehe Teil 1

  Anfang: siehe Teil 1.

  Dann zunaechst die restlichen Knofelzehen praeparieren, bei frischem
  Knoblauch sollte es kein Problem sein, die Teile unversehrt
  auszupacken. Kleingeschnitten oder gepresst wird hier nix, das Zeug
  ist diesmal Gemuese, nicht Gewuerz.

  Danach den Ofen vorgluehen. Wenn man Zeit und Musse hat, alle 5-10
  Minuten nach dem Rechten zu sehen, auf 225, sonst auf 180 Grad.

  Waehrend das Rohr aufheizt, den Porree putzen, in Ringe schnibbeln.
  Ringdicke etwa der durchschnittlichen Koblauchzehendicke anpassen.
  Moehren putzen und in knoblauchzehenstarke Scheiben schnibbeln.
  Knollensellerie putzen und in knoblauchzehengrosse Stuecke zerlegen.

  Das komplette Gemuesesammelsurium munter mischen. Das tote Tier von
  ueberschuessiger Marinade befreien (diese aufbewahren, wird gleich
  noch gebraucht) und mit der Gemuesemischung fuellen. Es sollte etwa
  die Haelfte der Gemuesemischung nicht mehr reinpassen. Das
  Operationsfeld aufraeumen (Tupfer, Klemmen etc. vergessen?) und die
  Wunde mit geschickten Stichen zunaehen. Fluegel und Schenkel mit
  etwas Kuechengarn fesseln.

  Inzwischen hat der Ofen sich auf Nenntemperatur eingepegelt und wir
  fuegen das restliche Oel in eine Braeter, dazu gesellt sich zunaechst
  einmal nur das Haehnchen. Ca. 10 Minuten heftig anbraten lassen. Dann
  kommen alle restlichen Gemuese dazu und duerfen auch drei Minuten
  schwitzen. Nun wird zunaechst mit 1/4 Wein abgeloescht, durch Ruehren
  mit einem Holzloeffel der Bratensatz geloest, dazu kommt die
  restliche Marinade.

  Waehrend der folgenden 30-40 Minuten (vom Kampfgewicht des Hahns
  abhaengig) sollte man so oft wie moeglich das Tier mit dem Bratensud
  uebergiessen, sobald die Haut durchgetrocknet ist, also alle 5 bis
  zehn Minuten. Verdampfte Fluessigkeit mit Wein auffuellen.

  Den Ofen abschalten, das Tier und die Gemuese herausnehmen, auf einem
  Teller anrichten und diesen bei leicht geoeffneter Backofentuer
  wieder ins Rohr stellen, damit sich alles etwas beruhigen kann. Den
  Bratensud bei Bedarf in einem Sossentoepfchen etwas einkochen und
  abschmecken (falls noetig).

  Der Koenner tranchiert das Tier bei Tisch, Unsichere greifen besser
  noch in der Kueche zur Kettensaege. Die Gemuese nett um des zerlegte
  Tier drapieren, Sosse separat reichen.

  Entgegen allem Anschein haelt sich die Knofelfahne am naechsten Tag
  durchaus in Grenzen, da nur zwei Zehen wirklich zerlegt werden, bei
  den restlichen hat man Geschmack ohne Reue, wenn es wirklich frischer
  Knofel war.

  Anmerkungen:

  1.) Der Name des Gerichtes duerfte klar sein:

  Huhn aus deutschen Landen, Wein aus Frankreich, Balsamessig aus
  Italien, Sesamoel aus China und der Knofel ist ja eher auch nicht von
  hier.

  2.) Entgegen allem Anschein haelt sich die Knofelfahne am naechsten
  Tag durchaus in Grenzen, da nur zwei Zehen wirklich zerlegt werden,
  bei den restlichen hat man Geschmack ohne Reue, wenn es wirklich
  frischer Knofel war.

  3.) Das Gericht ist nicht unbedingt das preiswerteste, wenn man auf
  einwandfreie Zutaten Wert legt. Der Balsamico, den ich verwende, ist
  beispielsweise 4 mal teurer als ein guter Whisky und gehoert noch zu
  den preiswerteren echten Balsamicos. Es ist keine gute Idee, einen
  billigen Balsamico zu verwenden, dabei handelt es sich in aller Regel
  um gewoehnlichen Weinessig, der mit geringen Prozentteilen echten
  Balsams verschnitten wurde.

  4.) Das Tier sieht farblich ziemlich uebel aus, wenn es in der
  Marinade gelegen hat. Das gibt sich aber im Backofen schnell wieder.

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